Die Bilanz
des KarstadtQuelle Konzerns:
Verantwortung
gegenüber Tieren
auch im
Geschäftsjahr 2001 auf dem Tiefstand
TierrechtlerInnen
kündigen weitere Proteste gegen Pelzverkauf bei der KarstadtQuelle AG an
Die Offensive gegen die Pelzindustrie, eine bundesweite Kampagne gegen die Pelzindustrie, zu der sich zahlreiche Tierrechts- und Tierschutzgruppen zusammengeschlossen haben, um den Pelzhandel zu beenden, protestiert heute anlässlich des Analysten-Meetings der KarstadtQuelle AG und Vorlage des Geschäftsberichts 2001.
Sowohl in seinen Unternehmen des Stationären Einzelhandels
als auch des Versandhandels verkauft die KarstadtQuelle AG noch immer Pelzwaren
und beteiligt sich damit an der Gefangenhaltung und Ermordung von Tieren zur
Pelz“herstellung“. Tiere sind jedoch keine Ware, sondern Lebewesen; ihr Leiden
und ihr Tod – millionenfach für die Pelzindustrie – bleibt in der Analyse des
Konzerns stets unerwähnt. Die Umsatzzahlen verweisen nicht mehr auf das Individuum
Tier; allein für einen sogenannten Pelzbesatz, eine „Pelzkrawatte“ oder ein
„Pelzcollier“ – Accessoires, mit Hilfe derer die Pelzindustrie in den
vergangenen Jahren in der Bekleidungsindustrie wieder Fuß zu fassen suchte –
werden mehrere Tiere getötet.
Die Bilanz unserer Kampagne gegen die KarstadtQuelle AG, die
sich bisher auf den Stationären Einzelhandel bezog und im November vergangenen
Jahres nach einer erfolgreichen Kampagne gegen den Pelzverkauf bei C&A
gestartet wurde, ist folgende:
Karstadt hat unsere
Botschaft verstanden. Einen Tag vor unserem Kampagnenstart hatte die
KarstadtQuelle AG bereits mitgeteilt, die Pelzabteilungen in den Warenhäusern
Karstadt, Wertheim und Alsterhaus zu schließen, wohl in der Kenntnis über
unsere Kampagne gegen den Pelzverkauf beim Bekleidungsunternehmen C&A. Die
Pelzabteilungen bei Hertie und KaDeWe blieben von dieser Entscheidung aber
unberührt und die Kampagne startete wie angekündigt, um auch diese noch
verbleibenden Pelzabteilungen zu schließen und um den Verkauf von sog.
Pelzapplikationen und -accessoires, für die die „Pelz“tiere keinen anderen Tod
starben als für einen Pelzmantel, bei der KarstadtQuelle AG zu stoppen.
Die Karstadt
Warenhaus AG, namentlich der Unternehmenssprecher Elmar Kratz, hat sich
entgegen anfänglicher Zusage bis heute jeglichem Dialog versperrt.
Seit November
demonstrieren TierrechtlerInnen kontinuierlich vor den Filialen von Karstadt,
Hertie, vor KaDeWe und dem Alsterhaus in mehreren Städten. Zudem werden
bundesweite Aktionstage ausgerufen: Demonstrationstage und Telefon-, Fax- und
Email-Protesttage.
Das Verkaufspersonal
derjenigen Filialen, vor denen fast jeden Samstag demonstriert wird, teilt mit,
der Geschäftsbetrieb würde durch den Protest gestört. Die Kampagne zeigt
folglich ihre Wirkung, auch wenn die KarstadtQuelle AG diese herunterspielt.
Mehrere Tausend
Unterschriften wurden bisher vor den Warenhausfilialen der KarstadtQuelle AG
für einen Pelzverkaufsstopp gesammelt, die Anti-Pelz-Kampagne findet großen
Zuspruch selbst bei den KundInnen des Stationären Einzelhandels der
KarstadtQuelle AG.
Der
EU-Wissenschaftsausschuss veröffentliche im Dezember 2001 einen Bericht zur
Pelztierhaltung, in dem die mit dem Bericht beauftragte Arbeitsgruppe zu dem
Schluss kommt, dass Pelztierhaltung Tierquälerei ist. Am vergangenen Freitag
stimmte der Bundestag parteiübergreifend und mit großer Mehrheit für die
Aufnahme des Tierschutzes als Staatsziel ins Grundgesetz der BRD, ein Zeichen
für ein sich wandelndes Bild von der unbeschränkten Verfügung des Menschen über
die anderen Tiere. Die KarstadtQuelle AG hat diesen Gesinnungswandel bis heute
nicht vollzogen, pocht auf ihre gesetzliche Freiheit, sich an Tierausbeutung
und konkret am Pelztiermord beteiligen zu dürfen und tausenden Tieren jährlich
ihre körperliche Freiheit und ihr Leben zu nehmen.
„Wer nicht ständig
versucht, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein.“ Entgegen dieser
Bekundung der KarstadtQuelle AG zu ihren „Leistungen für Mensch und Umwelt“,
hat der Konzern bisher nicht versucht, gut zu Tieren zu sein.
„Verantwortungsbewusstsein“ bleibt bei der KarstadtQuelle AG ein bloßer
Werbeslogan, eine KundInnentäuschung, wenn es um das Leben von Tieren geht.
Verantwortung gegenüber Tieren ist aber keine Abwägungssache, keine
Beliebigkeit oder privates Statement, sondern eine allgemeine moralische
Verpflichtung, die aus dem Sein der Tiere als bewusstseinsbegabte und
leidensfähige Individuen selbst entspringt.
Die Offensive gegen
die Pelzindustrie ruft weiterhin zum Boykott gegen die KarstadtQuelle AG auf,
so lange bis der Verkauf von Tierpelzen eingestellt ist.
Rote Zahlen für ein blutiges Geschäft – wir werden unseren Beitrag leisten.