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(* Karstadt, Wertheim, Alsterhaus. KaDeWe, Hertie)
www.tierrechtsaktion.de/karstadt/
PRESSEERKLÄRUNG
TierrechtlerInnen demonstrieren gegen Pelzverkauf bei Unternehmen der
KarstadtQuelle AG auf ihrer Jahreshauptversammlung.
Wahlfieber bei Karstadt & Co macht Tiere krank.
Am Donnerstag, den 11. Juli 2002, werden ab 8.30 Uhr TierrechtsaktivistInnen der Anti-Pelz-Kampagne gegen die Karstadt-Gruppe vor dem Haupteingang der Stadthalle auf dem Congress Center Düsseldorf (Stockumer Kirchstraße 61, 40474 Düsseldorf) demonstrieren. Besonderer Anlass ist die diesjährige Jahreshauptversammlung der KarstadtQuelle AG; sie ist Management- und Strategieholding ihrer angegliederten Gesellschaften wie z.B. die Karstadt Warenhaus AG. Sowohl die Warenhäuser: Karstadt, Wertheim, Alsterhaus, Hertie und KaDeWe als auch das Versandhandelsunternehmen Madeleine verkaufen noch immer Pelzbekleidung oder Pelzaccessoires oder unterhalten gar – wie bei Hertie und KaDeWe – noch ganze Pelzabteilungen. Die Management- und Strategieholding KarstadtQuelle AG spielt hierbei selbstredend eine bedeutende Rolle, vornehmlich der Vorstand. Eine Forderung der TierrechtlerInnen an die AktionärInnen des Konzerns wird auf der Jahreshauptversammlung aus diesem Grund sein, den Vorstand und auch den Aufsichtsrat nicht zu entlasten. Und der Vorstand wird erneut aufgefordert werden, endlich aus dem Pelzhandel auszusteigen!
Seit
Dezember 2001 führt die Offensive gegen
die Pelzindustrie eine Tierrechtskampagne gegen die KarstadtQuelle AG.
Appellative, demonstrative und Aktionen des zivilen Ungehorsams forderten bei
KarstadtQuelle die moralische Ökonomie ein, die Rückbindung KarstadtQuelles
Wirtschaftsstrategien an die Einsicht, dass der Wirtschaftsliberalismus dort
seine Grenzen akzeptieren muss, wo die Freiheit anderer lebensbedrohlich
verletzt wird. Zu diesen anderen gehören auch Tiere, z.B. die sogenannten
Pelztiere. 30 bis 50 Millionen Nerze, Füchse, Waschbären und andere Pelz
tragende Tiere werden jährlich weltweit auf Farmen gefangengehalten und per
Stromschlag oder durch Gas umgebracht, erschossen, mit der Falle gefangen oder
aber wie im Falle von Katzen- und Hundefellen mit einem Seil langsam erwürgt
oder aber lebendig aufgeschlitzt. Massenmorde sind das, ein gewaltiges Wort für
massenhafte Gewalt an Tieren, millionenfach, und darum würde kein anderes Wort besser
bezeichnen können, was die Pelzindustrie Jahr für Jahr Tieren antut. Weil der
Pelzmantel die Gewalt an Tieren zumindest für nicht gänzlich emotional
verschlossene Menschen erahnen lässt, wurden diese Links von der Pelzindustrie
getarnt, verwischt: Pelz gibt es nun seit ein paar Jahren vermehrt
stückchenweise, als sogenannter Pelzbesatz oder aber geschoren und eingefärbt,
Kaninchenleiche in Pink zum Beispiel oder Waschbär im Zick-Zack-Muster. Pelz
ist ein Symbol der Ausbeutung von Tieren durch den Menschen, eines
Herrschaftsverhältnisses, nur so lässt sich dann auch erklären, warum Echtpelze
bisher nicht gänzlich durch Kunstpelze ersetzt wurden, ginge es wirklich nur um
optische Reize. Doch die Kunstfaser oder Naturfaser auf der menschlichen Haut
ist keine Beute, keine Trophäe, die den anderen Gesellschaftsmitgliedern - den menschlichen - den Status präsentiert und nur um die Unterstreichung der „feinen
Unterschiede“ zwischen den Menschen und zwischen den Spezies geht es beim
Pelztragen. Diese Grenzziehung soll immer soziale Ungleichheit repräsentieren
und zugleich legitimieren, v.a. die Ungleichheit zwischen dem menschlichen und
tierlichen Individuum, nicht jedoch als etwas natürlich gegebenes, als das es
gerne hingestellt wird, sondern als etwas sozial gemachtes.
Was
sozial konstruiert wird, kann auch dekonstruiert werden und soziale Bewegungen
wie die Tierrechts-bewegung stehen hier vor einer immens großen Aufgabe.
Zahlreich sind ihre GegnerInnen, die Tier-ausbeutungsindustrien, die institu-tionalisierte
Gewalt gegen Tiere. Kampagnen sind diejenige Strategie, mit der die
Tierrechtsbewegung nun weltweit endlich das scheinbar Unerreichbare erreichen
will: die Befreiung der Tiere. Die Pelzindustrie, die kleinste
Tierausbeutungsindustrie in der BRD, ist eine derjenigen Industrien, auf die
sich die Tierrechtsbewegung weltweit seit einigen Jahren (wieder) konzentriert
- auch in der BRD. Im Jahre 2000 wurde die Offensive
gegen die Pelzindustrie, eine weitgefasste Kampagne gegen die Pelzindustrie
gestartet. Und mit der ersten Teilkampagne – gegen das Bekleidungsunternehmen
C&A – hatten die TierrechtlerInnen bereits nach nur 1 Jahr Kampagnenarbeit
ihr größtes Ziel erreicht: die Schließung sämtlicher Pelzabteilungen bei
C&A. Doch die Pelzbesätze blieben.
Mit
Start der Anti-Pelz-Kampagne gegen die
Karstadt-Gruppe waren sich die TierrechtlerInnen einig, dieses mal nicht
nur die Schließung der Pelzabteilungen, sondern den gesamten Pelzverkaufsstopp
zu fordern. Warenhäuser sind ein bedeutsamer Geschäftspartner der
Pelzindustrie, verfügen diese doch über gleich mehrere Filialen und ist die
Hemmschwelle, dort einen Pelz anzuprobieren, nicht so groß wie bei den Kürschnereibetrieben.
KarstadtQuelle
hat zwar aufgrund der angekündigten Proteste im Oktober vergangenen Jahres im
Winter 2001 die Pelzabteilungen bei Karstadt, Wertheim und Alsterhaus
geschlossen, die Pelzabteilungen bei Hertie in München und KaDeWe in Berlin und
Bekleidung mit Pelzapplikationen in allen Warenhäusern wurden jedoch
beibehalten. Bereits beim Analysten-Meeting der KarstadtQuelle AG am 22. Mai
dieses Jahres, bei der die Offensive
gegen die Pelzindustrie ebenfalls mit einer Demo vor Ort war, zeigte sich
jedoch, dass kaum einer der UnternehmensvertreterInnen der Warenhäuser am
Pelzverkauf festhalten wollte. Es ist wohl allein eine Marotte des Vorstandes,
nicht ganz vom Pelzhandel ablassen zu wollen, alte Verbindungen – zur Fur &
Fashion in Frankfurt am Main zum Beispiel – zu pflegen. Nicht einmal
wirtschaftliche Gründe dürfte das blutige Geschäft haben, teilte der Konzern
doch selbst bereits in einer Pressemitteilung vom 7. Dezember 2001 mit:
„Bereits heute machen die im Nachfrage-Trend liegenden Angebote an
synthetischen "Pelzen und Pelzwaren" bei Karstadt einen nahe 100
Prozent liegenden Sortimentsanteil dieser Produktgruppe aus“. Zu dieser
Erkenntnis sei man nach einer Kundenbefragung und Sortimentsanalyse gekommen.
Gerade angesichts der Tatsache, dass KarstadtQuelle derzeit mit einem
„Käuferstreik“ zu kämpfen hat und auf „Kundenbindung“ durch die „Kundenkarte“
hofft, sollte sich der Konzern überlegen, ob er - nur um die Interessen von 0,x-Prozent KundInnen an Pelz zu
befriedigen - damit die Fortführung der
Kampagne gegen das Unternehmen provozieren möchte. Freie Produktwahl ist
wichtig, diese Wirtschaftsfreiheit gehört zu dem Grundverständnis unserer
Gesellschaft. Doch dort, wo diese Wahlfreiheit die Freiheit und das Leben
anderer essentiell gefährdet, egal ob von Menschen oder anderen Tieren, dort,
wo das Wahlfieber der KonsumentInnen die Gesundheit von Menschen und Tieren
schädigt, muss die Ethik diese Geschäftspolitik unterbinden. Es wird sich
zeigen, ob die Aktionärinnen und Aktionäre vor und während der Jahreshauptversammlung
am 11. Juli dieses Selbstverständnis der moralische Ökonomie verstehen.
Wir werden den Tieren zu ihrem Recht verhelfen, die Freiheit zu
wählen.
Schluss mit dem Pelzverkauf in den Warenhäusern der
KarstadtQuelle AG!