Kontakt: c/o Werkhaus, Leonrodstr. 19, e-mail: Karstadt_Boykott@yahoo.de
80634 München

Pressemitteilung
Wenn „Pelztiere“ streiken
könnten Demonstration beim Analysten-Meeting der KarstadtQuelle AG Bilanz 2001: Verantwortung des Konzerns gegenüber Tieren weiterhin
auf dem Tiefstand. |
Düsseldorf 24.
Mai 2002
|
„KarstadtQuelle leidet unter Käuferstreik“
berichtet die KarstadtQuelle AG auf ihrem Analysten-Meeting am Mittwoch
in Düsseldorf. Unerwähnt freilich blieb, dass seit November 2001 die
Offensive gegen die Pelzindustrie eine
Kampagne gegen den Pelzverkauf bei den Unternehmen der KarstadtQuelle
AG führt, zu der sich bundesweit Tierschutzgruppen und Tierrechtsgruppen
zusammen-geschlossen hatten. Kontinuierlich wird in mehreren Städten
vor Filialen der Karstadt Warenhaus AG: Karstadt, Hertie, Alsterhaus,
KaDeWe und Wertheim demonstriert, werden die KundInnen zum Boykott aufgerufen,
so lange bis kein Tier mehr als Pelzmantel, Pelzkragen oder als Pelzbesatz
auf den Kleider-bügeln der KarstadtQuelle AG hängt. Wenn Tiere streiken
könnten, wäre die Tierausbeutung abgeschafft, es wäre ein unendlicher
„Streik“. Für die Tiere können aber nur Menschen streiken und protestieren,
Menschen denen ihr Leben nicht gleichgültig ist, Empathie zeigen. Am
Mittwoch demonstrierten so TierrechtlerInnen der Kampagne vor und während
des Analysten-Meetings der KarstadtQuelle AG auf dem CCD in Düsseldorf,
um dem Konzern ihre Analyse des Pelzverkaufs bei der KarstadtQuelle
AG zu überbringen. Dabei
stellte sich heraus, dass die VertreterInnen der einzelnen Unternehmen
der KarstadtQuelle AG entweder gar nicht wussten, dass der Konzern noch
mit Pelz-waren handelt und sogar noch Pelzabteilungen unterhält, oder
aber sich gegen den Pelzhandel aussprachen, wie z.B. VertreterInnen
von Neckermann und Sinn Leffers und von der Karstadt Bank, die jedoch
auf ihre zu geringe Einflussnahme auf den Vorstand verwiesen, um eine
Änderung herbeizuführen. Der
Vorstand des größten Warenhaus- und Versandhandelskonzerns Europas KarstadtQuelle,
gab sich bisher uneinsichtig gegenüber Appellen an die soziale und ethische
Verantwortung gegenüber Tieren und verweigerten jegliche Gesprächs-bereitschaft
mit den TierrechtlerInnen. Doch bereits das Bekleidungsunternehmen - 2 - C&A,
das von der Offensive gegen die
Pelzindustrie Anfang 2001 zur Schließung seiner erst 1998 wieder
eröffneten Pelzabteilungen bewegt wurde, schrieb nur rote Zahlen mit
ihrem blutigen Geschäft, dem Pelzhandel. Es war ein Versuch der Pelz-industrie,
mittels Pelzapplikationen und Pelzaccessoires Marktanteile zurück-zugewinnen,
vor allem indem sie EinkäuferInnen von Warenhäusern und Beklei-dungsunternehmen
an sich banden. Nun stehen diese vor einem Verlustgeschäft und einem
gebrochenen VerbraucherInnenvertrauen. Denn wie C&A so werben auch
die KarstadtQuelle AG und andere mit einem Sozial- und Umweltcodex.
In Bezug auf Tiere sind sie jedoch allenfalls bereit, das Washingtoner
Artenschutzabkommen einzuhalten – mit Tierschutz, geschweige denn mit
Tierrechten – hat dieses jedoch nichts zu tun. Wer immer noch Pelze
verkauft, bedient ein Marginalinteresse, das nicht verantwortet werden
kann und eine Absage verdient. Die Entscheidung zur Aufnahme des Tierschutzes
ins Grundgesetz am vergangenen Freitag im Bundestag wird kaum über einen
Symbolcharakter hinausgehen, aber es ist ein wichtiges Symbol, der Bereitschaft
nämlich, dass Menschen anderen Tieren mit Respekt gegenüber ihren Interessen
und ihrem Wohlergehen gegenübertreten. Damit Zeichen als ein Fingerzeig
auf die täglichen Interaktionen hier auch eine Entsprechung finden,
ist jede und jeder aufgerufen, vor allem die Wirtschaft, Tierschutz
zu leben. Fair trade als Leitsatz des Wirtschaftens setzt der Wirtschaft
selbstverständlich klare Grenzen, Grenzen jedoch, die für viele – lebensnotwendige
– Freiheit bedeuten, z.B. für tierliche Individuen, deren Zahl, die
allein für die Pelzindustrie gefangengehalten und umgebracht werden,
Wirtschaftsstatistiken nur erahnen lassen. Etwa 50 sogenannte Pelztierfarmen,
hauptsächlich Nerz“farmen“, gibt es noch immer in der BRD, die nächsten
„Pelzlieferanten“ sind nun etwa ein Monat alt, werden sechs Monate in
Drahtkäfigen leben und werden im November diesen Jahres einen Erstickungstod
in der Kohlenmonoxid-Box erleiden müssen – auch für die KarstadtQuelle
AG. |