Die Pelzindustrie
Hintergründe und der Stand der Dinge
März 2004. Ein Interview der Offensive gegen die Pelzindustrie (OGPI) mit Dr. Edmund Haferbeck. Dr. Haferbeck studierte Agrarwissenschaften und promovierte mit dem Spezialthema Pelztierzucht.
OGPI: Herr Dr. Haferbeck, Modehäuser betonen immer wieder, es würden strenge Tierschutznormen bei der Produktion ihrer Pelze eingehalten. Beispielsweise würden auf den Pelzfarmen hohe Richtlinien bezüglich sogenannter artgerechter Haltung herrschen. Wie sieht das Leben eines Pelztieres, beispielsweise eines Nerzes oder eines Fuchses, auf einer Farm aus? Wie dagegen in Freiheit?
Haferbeck:
Nun ja, diese sogenannten scharfen Richtlinien oder strengen Tierschutznormen
existieren natürlich überhaupt nicht. Es gibt immer mehr Länder,
die beispielsweise diese Zucht von Pelztieren in Käfigen verbieten bzw.
die Auflagen so hoch hängen, dass sie nicht mehr wirtschaftlich sind. Und
genau so ist der richtige Weg. Diese Haltung von Pelztieren in Käfigen
ist weltweit vollkommen identisch, standardisiert. Es gibt den Grundkäfig
mit 90 mal 30 mal 40 cm Größe und einer angebauten Schlafbox. Das
ist der Lebensraum von Pelztieren in Einzelhaltung. Wenn sie allerdings geworfen
haben und die Jungtiere noch dazu kommen, bleiben sie teilweise bis zu vier
in der Regel zusammen. Das ist die Pelztierhaltung weltweit. Und in Freiheit
durchstreift zum Beispiel ein Wildnerz eine Fläche von ca. 10 Quadratkilometern,
ein Fuchs so gar bis zu 20 Quadratkilometern pro Nacht und hat Zugang zum Wasser.
Und dieses alles ist natürlich in einer Pelztierhaltung selbst nicht gegeben.
OGPI: Wie findet die Tötung der Tiere auf einer Farm statt?
Haferbeck:
Die meist angewandte Tötung ist das Vergasen mit Kohlenmonoxid. Da kommen
die Tiere in eine große Kiste, ca. 30, es gibt auch größere
Kisten. Dort werden sie hereingeworfen und dann wird der Fütterungstraktormotor
drangebaut und dann wird dort das Kohlenmonoxidgas eingeleitet und dann sterben
die Tiere dort. Dieser Vorgang dauert ca. 15 Minuten. Das ist die wesentliche
Tötungsmethodik, es gibt aber auch noch andere. Es hat früher sogar
den Genickbruch gegeben, der in großen Farmen in Deutschland angewandt
worden ist, der allerdings mittlerweile "verboten" ist und dann gibt
es noch die Methode des Spritzens, die ist aber so aufwändig, dass sie
keine große Bedeutung mehr hat.
OGPI: Weltweit behauptet die Pelzlobby, Pelz sei wieder im Kommen. Dies zeige, dass sich bewusst wieder für Pelz als modisch wertvolles Bekleidungsstück entschieden werde und die Akzeptanz wieder vorhanden sei. Stimmt diese Aussage aus Ihrer Sicht?
Haferbeck: Also zuzugestehen ist, dass sich die Pelzindustrie in den letzten Jahren peau á peau wieder erholt hat. Sie haben so Steigerungsraten von zwei bis drei Prozent jährlich, aber sie haben bei Weitem noch nicht das Tal aufgeholt, das ihnen in den achtziger Jahren zugefügt worden ist, wo sie mehrere hundert Prozent an Umsatz- und Einnahmeverlusten zu verkraften hatten, das haben sie bei Weitem noch nicht eingeholt. Allerdings gibt es eine Steigerung in der Vermarktung von Pelzprodukten, das ist wahr, aber vor allen Dingen weltweit betrachtet in den asiatischen Ländern. In den industrialisierten Ländern wie Europa ist das nicht so stark, dort würde ich sagen ist das relativ gering.
OGPI: Augrund der Tatsache, dass Handelsketten, die die Allgemeinbevölkerung ansprechen, wie zum Beispiel C&A und Karstadt, Pelz auch wieder aus ihren Regalen herausgenommen haben, sicherlich zwar auch aufgrund des Drucks von Tierschützern, ist das nicht auch ein Anzeichen dafür, dass Pelz in der Gesamtbevölkerung eben nicht die sogenannte Akzeptanz, die das DPI immer wieder hervorhebt, hat, sondern dass Pelz im Grunde genommen nur für eine ganz gewisse Randschicht der Bevölkerung von Interesse ist, die aber eben für diesen Umsatz, von dem immer wieder gesprochen wird, sorgt.
Haferbeck:
Ja, das ist richtig, es gibt natürlich eine Zuspitzung von Pelzprodukten
auf eine besondere Klasse von Kundschaft, das ist richtig, der Massenpelz selbst
hat nicht mehr so diese Bedeutung. Das ist zumindest in Deutschland so. In den
asiatischen Ländern ist es ganz anders. Da kommt der Massenpelz wieder,
macht wieder Furore aber nicht in den europäischen Ländern. Und es
ist allerdings auch so, dass die Pelzindustrie Tricksereien dadurch anwendet,
dass sie zusammen mit der Textilindustrie ihre Pelzwaren mit den ganz normalen
Textilwaren kombiniert, verbrämt, insofern, dass man also mit Textilware
auch immer einen Teil von Pelzware kauft, obwohl man es eigentlich gar nicht
will beziehungsweise es gar nicht weiss, dass es so ist.
OGPI: Wie hoch schätzen Sie denn so den Prozentsatz des Pelzumsatzes ein, der durch Verbrämungen, wie eben zum Beispiel Pelzkragen oder Pelzbesätze an den Ärmeln, zustande kommt?
Haferbeck: Da gibt es keine statistischen Zahlen drüber, aber ich persönlich nach meinem Überblick schätze ihn durchaus auf 30 - 40 Prozent.
OGPI: Man hört oft, vor allem wenn man auf der Straße gegen Pelz demonstriert, Sprüche von Pelzbefürwortern, die sagen, Pelztiere würden doch extra dafür gezüchtet, das sei doch ethisch unproblematisch.
Haferbeck: Also ethisch unproblematisch ist das Ganze überhaupt nicht, man kann hier überhaupt nicht mehr von Ethik sprechen, wenn man also Tiere nur deswegen züchtet, um ein völlig überflüssiges Kleidungsprodukt wie Pelz in unseren klimatischen Breiten in dieser Käfighaltung heranzüchtet. Selbstverständlichen werden diese Pelztiere nur des Pelzes wegen gezüchtet, aber grade ist doch die Verwerflichkeit dieser ganzen Problematik.
OGPI: Nun bekommt man öfters zu hören, Leder zu tragen und Fleisch zu essen sei schließlich akzeptabel. Daher sei auch das Tragen von Pelz akzeptabel.
Haferbeck: Speziesistisch betrachtet, kann man vielleicht so reden, allerdings tierrechtlerisch ist eine solche Position vollständig abzulehnen, da natürlich Tierrechtler ebenfalls die Nutzung von Leder ablehnen und vor allen Dingen auch das Essen von Fleisch und tierischen Produkten insgesamt. Aber auch für die Normalbevölkerung kann man hier durchaus eine Differenzierung vornehmen. Grade weil die Pelztiere, um die es hier geht, nur des Pelzes wegen gezüchtet werden, muß man den Leuten der Normalbevölkerung insofern sagen, dass kein einziges Tier ausschließlich für Lederproduktion gezüchtet und gehalten wird. Deswegen kann man einen solchen Vergleich von Pelz, Leder und Fleischessen eigentlich auch im normalen Umgang und in der normalen Philosophie speziesistisch ausgelegter Bevölkerungskreise nicht vornehmen.
OGPI: Andere Sprüche, die man öfters hört, sind die, dass man sich doch lieber für Kinder einsetzen solle als für Pelztiere, man soll mal was für Menschen tun. Was sagen Sie dazu?
Haferbeck: Also erstens, die Leute, die sich hier für die Tierrechte und die Tiere einsetzen, sind Leute, die sich vor allen Dingen für Minderheiten insgesamt einsetzen. Es gibt eine ganze Reihe von Leuten, die sich auch für Kinder und benachteiligte sonstige Bevölkerungsgruppen einsetzen. Man kann allerdings eine solche Argumentation deswegen nicht bringen, weil nicht jeder sich für Kinder einsetzen muss und auch kann, sondern die Bevölkerung teilt sich selbstverständlich engagementmäßig, wenn sie es denn täte, auf, und man kann nicht darauf warten, bis zum Beispiel die gesamten Probleme mit Kindern, die durchaus ja existieren, abgeschafft sind, was nie geschehen wird, um sich dann dem zweiten "Problem", nämlich den Tieren zuzuwenden. Das ist eine vollkommen verballhornte Argumentation, die wir uns nicht anziehen sollten.
OGPI: Ein weiteres Argument, das oft genannt wird, ist das, dass an der Pelzindustrie doch viele Arbeitsplätze hängen würden, man könne diesen Menschen doch nicht einfach ihre Lebensgrundlage entziehen.
Haferbeck:
Ja, nun befinden wir uns hier in einer sozialen Marktwirtschaft, vor allen Dingen
auch in Deutschland und in dieser sozialen Marktwirtschaft ist es ja nun so,
dass sich bestimmte Branchen überdauern bzw. ausleben. Es gibt auch Bereiche,
beispielsweise die gesamte Druckerindustrie hat sich radikal gewandelt und es
müssen andere Tätigkeitsbereiche dann gewählt werden. Es ist
im Übrigen auch nicht so, dass die Pelzindustrie einen großen Arbeitnehmerzuwachs
hat. Bei den Pelztierzuchten selbst sind es mal grade ca. 50 bis 60 Leute, die
dort beschäftigt sind und zwar bundesweit. Und wenn man dann noch das Kürschnerhandgewerbe
und den Pelzhandel hinzunimmt, kommt man vielleicht auf eine Anzahl von ca.
5000 Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen. Das ist es dann aber auch. Und wenn
man sich grade die aktuelle Diskussion ansieht, was durch Fusionen auf wirtschaftlicher
Ebene wie beispielsweise Banken oder Konzernfusionen an Menschen freigesetzt
werden, nur aufgrund solcher Rationalisierungsmaßnahmen durch Fusionen,
das sind Zehntausende, dann denke ich, ist ein solches Argument eklatant unseriös.
OGPI: Andere Argumente, die man hört, man steht ja auch oft im Winter mit Infoständen in der Einkaufszone, ist, dass platt gesagt wird: "Wenn es kalt ist, hält mich nur ein Pelz richtig warm!" Was sagen Sie zu diesem Spruch?
Haferbeck: Die Pelzindustrie selbst hat schon vor Jahren in etlichen Fachbüchern zugestanden, dass es, Zitat, "keinen vernünftigen Grund gibt, in unseren Klimabreiten einen Pelz zu tragen". Dieses Geständnis der Pelzindustrie, denke ich, umschreibt dieses Problem ganz eindeutig und weist natürlich eine solche Aussage völlig zurück. Im Übrigen würde kein, wenn man jetzt auch mal in harte Witterungsbreiten geht, würde kein Bergsteiger oder kein Grönlandforscher etc. das aushalten können, was er dort aushalten muß an Kälte, grade wenn er dieses mit einer Pelzbekleidung machen wollte. Dort gibt es ganz andere synthetische Produkte, die alleine dazu in der Lage sind.
OGPI: Weiter heißt es oft, Pelz sei ein Naturprodukt und umweltfreundlich. Das wird vor allem Leuten entgegengehalten, die eben zum Beispiel Synthetikkleidung tragen.
Haferbeck:
Also, na ja, Pelz ist natürlich insofern ein Naturprodukt, da es natürlich
direkt vom Tier - und das ist ein Fachbegriff - "geerntet" wird. Dass
es allerdings umweltfreundlich ist, ist ein völliges Märchen. Um einen
Pelz herzustellen, ist der Einsatz von ca. hundert Chemikalien, hochtoxischen
Chemikalien, notwendig, um alleine den Gerbprozess zu durchwandern. Es gibt
eine Untersuchung, dass grade der Pelz vom Tier selbst, bis zum Tragen an der
Frau oder an dem Mann, hoch umweltbelastend und hoch gefährdend ist. Es
gibt sogar Skandale von Umweltfällen, wo eben bei solchen Gerbereien erhebliche
Umweltbelastungen stattgefunden haben.
OGPI: Weiterhin wird auch der Spruch gebracht "Pelz ist chick, darin fühle ich mich so richtig wohl!", sicherlich oft als Provokation gedacht. Damit soll die Rechtfertigung für das Tragen eines Pelzes geliefert werden.
Haferbeck: Na ja, diese Leute, die das so meinen, das sind natürlich auch Leute, die sich in keinster Weise um Bedürfnisse oder Rechte von anderen Minderheiten etc. kümmern würden, denen geht es rein um ihr eigenes Ego. Und wenn sie sich im Pelz chick fühlen, dann sagt dieses eigentlich alles über ihre Charaktereigenschaften aus. Ich meine, dass es einen Wohlfühleffekt im Pelz eigentlich auch von solchen Leuten gar nicht geben kann, und wenn sie ehrlich sind, ist es auch nicht so, weil auch ein Pelz sehr aufwändig ist, was die Pflege anbelangt und es auch eine ganze Reihe von Pelzträgern gibt, die gegen Pelz allergisch sind.
OGPI: Es heißt, dass aber gegen Pelz von Tieren aus der freien Wildbahn nichts einzuwenden sei, denn die Tiere hätten ein artgerechtes Leben gehabt und der Tod gehöre nunmal zum Leben in der Wildnis dazu.
Haferbeck:
Na ja, wenn man Tiere aus freier Wildbahn einfangen will, um daraus Pelzprodukte
zu machen, dann muss man natürlich wissen, wie sowas aussieht. Und das
geht nur mit brutalen und höchst tierquälerischen Fallenfangmethoden
und da gibt es überhaupt gar keinen Streit mehr darüber, dass dieses
höchst quälerisch ist. Es gibt keinen einzigen Pelz, der aus freier
Wildbahn existiert, der von einem natürlich verendeten oder gestorbenen
Tier stammt, das gibt es nicht, sie sind alle tierquälerisch gefangen worden
und das kann man dem natürlich insofern entgegenhalten.
OGPI: Vor allem von den Züchtern heißt es oft, der Beweis, dass es den Tieren auf den Farmen gut geht, dass sie gesund sind und dass sie sich wohl fühlen, sei dadurch gegeben, dass sie ein schönes Fell haben. Würde es ihnen schlecht gehen, hätten sie kein schönes Fell mehr und dann hätten sie auch keine guten Umsätze mehr, deshalb würden sie sich auch schon sehr um das Wohl der Tiere kümmern.
Haferbeck: Dieses ist eindeutig falsch, weil grade die Fellqualität, die sich ja zusammensetzt aus verschiedenen Fellmerkmalen, wie z.B. Felldichte, Grannenstärke, Unterwolle etc. zum großen Teil genetisch determiniert ist. Das heißt also, es ist ein Züchtung, und die Genetik dieser Tiere hat in entscheidender Weise diesen Einfluß. Selbstverständlich ist es so, dass man ein Tier, was man zum Beispiel hungern läßt oder dursten läßt, dann irgendwann natürlich es auch nach außen hin zeigt, aufgrund der Fellqualität aber auch aufgrund von Abmagerungen, dass es ihm nicht gut geht. Nur das sind nur ganz extreme Mängel in einer Tierhaltung, die ganz selten stattfinden, die zum Zeigen eines solchen Qualitätsmangels führt. Außerdem muß man sehen, dass ein solches Tier im Schnitt ja nur sieben Monate lebt und in diesen sieben Monaten, wenn es denn in Ansätzen normal ernährt wird, kommt eine solche Belastung des Tieres durch die Umwelt nicht zum Vorschein.
OGPI: Nun
ist es ja auf europäischer Ebene so, dass England ein Komplettverbot der
sogenannten Pelztierhaltung durchbekommen hat, in Österreich sind die Auflagen
so hoch geschraubt worden, dass es sich für Pelzfarmer nicht mehr lohnt,
Farmen zu betreiben, in Italien gibt es dahingehend auch inzwischen einen Beschluss.
Des Weiteren ist zum Beispiel Fuchs- und Chinchillazucht per Auflage in Holland
für die Züchter auch absolut unwirtschaftlich geworden, weshalb es
diese Form der Zucht nach einer Übergangszeit auch nicht mehr geben wird.
Wie sieht die politische Situation da in Deutschland aus? Es ist ja seit längerer
Zeit im Gespräch und es wird immer wieder auf die EU verwiesen, wie ist
da der Stand der Dinge?
Haferbeck:
Ja, vielleicht sollte ich nochmal differenzieren zur Situation in Österreich.
In Österreich ist es tatsächlich so, dass alle gewerblich genutzten
und gezogenen Pelztiere verboten sind, bei den Füchsen ist es komplett
verboten und zwar mit der einzigen Argumentation, die höchstrichterlich
im Übrigen dort abgesichert worden ist, dass es sich bei Füchsen auch
heute noch um Wildtiere handelt, die also in solchen Käfigen nicht gezüchtet
werden dürfen. Eine durchaus gängige und gute Argumentation. Wir waren
eben dabei zu sagen, dass eben grade diese besonders hohen Tierschutznormen
für Pelztiere in dieser Käfighaltung angeblich existieren sollen.
Dieses ist so falsch, wie es nur falsch sein kann. Nicht umsonst gehen immer
mehr Länder, vor allen Dingen auch jetzt die Bundesregierung, so weit,
dass sie eben die Pelztierhaltungsverordnungen ändern bzw. erstmal solche
einrichten, die eine solche Käfigpelztierhaltung nicht mehr möglich
machen. Die Auflagen sind so groß, beispielsweise dass es eben keine Käfighaltung
mehr geben darf, dass sie nicht mehr wirtschaftlich sein wird. Wenn Regierungen
so weit gehen, gegen eine solche Lobby entsprechend solche Tierhaltungsverordnungen
einzureichen und einzuleiten, heißt das eigentlich sehr viel und daran
kann man erkennen, dass sogar solche Kräfte nicht mehr so weit gehen können,
dass sie sagen, dieses alles ist artgemäß und tiergerecht.
OGPI: Und die derzeitige Situation in Deutschland? Also es ist ja so, dass zum Beispiel in den Ländern Bayern und Hessen es länderumfassende Verordnungen gibt. Die Umsetzung an sich ist ja auch sehr schwierig, es gibt dann erstmal Erlasse, gegen die die Pelztierzüchter wieder Widerspruch einlegen können. Wie sieht der Stand der Dinge auf Bundesebene aus und was ist da in naher Zukunft zu erwarten?
Haferbeck: Wir haben mittlerweile einen Entwurf einer Pelztierhaltungsverordnung, die relativ streng ist, sie datiert vom März 2003. Dort ist den Tieren ein mehrere Quadratmeter großer Lebensraum einzurichten, sogar auch mit Zugang zum Wasser und einiges mehr. Auch die Käfigböden müssen verschwinden bis zu einem ganz kleinen Anteil. Also da ist schon Einiges in Vorbereitung, was gut ist. Das sollte eigentlich bereits im letzten Jahr, also im Jahr 2003, durch die Gremien des Bundestages und Bundesrates geschleust werden. Dieses alles ist leider nicht mehr erfolgreich gelaufen aufgrund anderweitiger Überlagerungen in der Politik, aber dieser Entwurf wird jetzt wohl bis zum Sommer 2004 in die Gremien eingegeben. Und wenn dieses beschlossen ist, wird es nach einer Übergangszeit in Deutschland keine Pelztierfarmen mehr geben.
OGPI: Herr Dr. Haferbeck, ich danke Ihnen für dieses Gespräch.
Das Interview führte Ulf Naumann.