Die Offensive gegen die Pelzindustrie ruft auf zum

Kampagnenstart gegen P&C -
"Peek & Cloppenburg mordet mit!"

Kurzer Rückblick
Der KarstadtQuelle-Konzern hat in seiner Pressemitteilung vom 27. September 2002 seinen vollständigen Ausstieg aus dem Pelzhandel angekündigt. In der Pressemitteilung heißt es unter anderem:
"Die KarstadtQuelle AG nimmt mit konzernweit gültigen Sozial- und Umweltstandards, die verbindlich in einem eigenen Code of Conduct geregelt sind, ihre gesellschaftspolitische Verantwortung wahr. Dabei wird auch der Tierschutzgedanke berücksichtigt. Dies hat, auch unter Einbeziehung von Kundenbefragungen, zu dem Beschluss geführt, dass der Verkauf sämtlicher Artikel mit echtem Pelz nach saisonbedingten Abverkäufen der vorhandenen Bestände im Jahr 2003 ausläuft."
Die KoordinatorInnen der Kampagne sowie alle AktivistInnen, die diese Kampagne mit getragen haben, wurden durch diese Meldung mehr als angenehm überrascht. Nachdem einzelne AktivistInnen eine Kurzmeldung des Karstadt-Pelzausstiegs im Radio gehört hatten, war eine regelrechte Telefonflut unter den AktivistInnen losgebrochen. Nach verschiedenen Anrufen bei der Karstadt-Zentrale in Essen wurde diese Pressemitteilung nochmals bestätigt. Die schriftliche Version dieser DPA-Meldung machte in kürzester Zeit eine Reise durch die Faxgeräte und über die E-Mail-Listen durchs ganze Bundesgebiet, sodass bald alle von dieser phänomenalen Nachricht in Kenntnis gesetzt worden waren.
Im Laufe des Monats Oktober hat sich die Konzernleitung von KarstadtQuelle AG die Mühe gemacht, allen PelzgegnerInnen, die eine Protestkarte oder Protestbrief an Karstadt geschickt hatten, einen Brief mit der veröffentlichen Pressemitteilung zukommen zu lassen. In diesem Brief wird zwei mal auf die "gesellschaftspolitische Verantwortung" des Konzerns hingewiesen, in der der Tierschutz verankert sei - ein wichtiges Signal ... . Diese mit Kosten und Mühen verbundenen Antwortbriefe zeigen, wie sehr Konzerne auf die positiven Rückmeldungen Ihrer Kunden angewiesen sind und dass die Geschäftspolitik darauf abzielt, allen KundInnen so gut es geht gerecht zu werden. Ein Beweis, dass das Versenden von Protestpostkarten zum Thema Pelz doch Wirkung zeigt und - neben anderen Aktionen - ein wichtiger Bestandteil von Kampagnen ist.
Die Präsenz der ausschnitthaften Presseerklärung von KarstadtQuelle in allen Tageszeitungen, in der ausdrücklich auf den Tierschutzaspekt hingewiesen wird, bringt andere Unternehmen, die immer noch mit Pelz handeln in Zugzwang. Welcher durch die schlechte Wirtschaftslage gebeutelter Konzern möchte schon das Image eines verantwortungslosen Tierleidprofiteurs innehaben?! Eine gute Ausgangsbasis für das Wirken der Offensive gegen die Pelzindustrie, deren Strategie, zuerst die großen Bekleidungskonzerne zu einem Pelzausstieg zu bringen, dadurch große Unterstützung erfährt.

Die alte und neue Strategie
Nach Karstadts überraschenden Pelz-Ausstieg musste die Offensive gegen die Pelzindustrie den Fokus auf einen neuen Konzern legen. Die Strategie der Kampagne, nach und nach alle Kaufhauskonzerne zu einem Pelzausstieg zu bewegen, wird beibehalten. Es hat sich gezeigt, dass diese Kampagnentaktik enorm viel bewirken kann, der Pelzausstieg von C&A und Karstadt haben dies in aller Deutlichkeit bewiesen.
Die Konzerne, gegen die sich die Kampagnen richteten oder richten werden, haben einiges gemeinsam:
· Die Kaufhäuser haben einen hohen Bekanntheitsgrad in der Bevölkerung und Filialen in sehr vielen Städten im Bundesgebiet und darüber hinaus (z.B. in Österreich, in der Schweiz und in Holland).
· Gerade mit dem Verkauf von Pelzbesätzen haben diese Konzerne die Pelzindustrie enorm unterstützt bzw. unterstützen diese, da sie Pelzjacken und -mäntel, vor allem aber Pelzbesätze in großer Anzahl zum Verkauf anbieten. Die neue Strategien der Pelzindustrie, Pelz in vielen Facetten anzubieten - von geschorenem Nerz bis zum Pelzbesatz an Handschuhen - greift gerade in stark verbreiteten Bekleidungskonzernen, da sie dadurch einem breiten Publikum angeboten wird. Somit wird Echt-Pelz zur Massenware und die Akzeptanz des Pelztragens erhöht.
· Durch die Präsenz der TierrechtlerInnen vor den Filialen großer Bekleidungsgeschäfte kann eine große Bandbreite der Bevölkerung erreicht und Leute vom Pelzkauf durch den Protest abgehalten werden.
· Ein weiterer Vorteil der Fokussierung auf Bekleidungskonzerne stellt die gute Lage dieser Häuser dar. Die Filialen befinden sich meist in sehr zentraler Lage, z.B. in den Fußgängerzonen der Städte, wo nicht nur der Konzern durch die Präsenz von PelzgegnerInnen vor Ort Kritik erfährt, sondern auch noch ein breites Publikum immer wieder auf das Thema Pelz aufmerksam gemacht wird.
· Bekleidungskonzerne sind nicht vom Pelzverkauf abhängig wie reine Pelzgeschäfte, so dass es ihnen nicht das Genick brechen wird, wenn sie sich aus dem Handel mit Echt-Pelzen zurückziehen. Der Pelzausstieg der KarstadtQuelle AG hat dies deutlich unter Beweis gestellt. Die Geschäftsführung hat sich aufgrund der Proteste zu einem Pelzausstieg entschieden, um das Image zu wahren. Gerade KarstadtQuelle hat in ihrer Presseerklärung eindeutig auf den Tierschutzaspekt hingewiesen, den sie in Zukunft in ihrer Verkaufspolitik berücksichtigen wollen. Ein wichtiges Signal für alle anderen Konzerne: ein ethisch verantwortliches Unternehmen verbannt heutzutage Echt-Pelz aus ihrem Sortiment, denn Pelz ist unvereinbar mit der Einhaltung ethischer Grundsätze!
· Stark frequentierte Bekleidungshäuser eignen sich vorzüglich für Protestaktionen, sei es für Aktionen zivilen Ungehorsams, für regelmäßige Infotische und Demonstrationen, oder für Protestlawinen durch das Zuschütten von Protestpostkarten, Protest-E-Mails oder Anrufen. Diese vielfältigen Aktionsformen haben bewirkt, dass sich sowohl C&A als auch "der große Brocken" KarstadtQuelle-Konzern aus dem Handel mit Echt-Pelzen zurückgezogen bzw. den Ausstieg angekündigt haben. Diese Erfolge machen Mut!

Die Qual der Wahl
Der Pelzausstieg von C&A und Karstadtquelle ist ein Riesenerfolg und zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Ein neues Ziel musste sich gesetzt werden. Doch die Wahl fiel nicht schwer, denn bei Peek & Cloppenburg befinden sich nicht nur in so gut wie allen Filialen Pelzkragen, -innenfutter und -applikationen, sondern in einigen Läden gar ganze Mäntel und Jacken aus Pelz. Die Vorbereitungen der anlaufenden Kampagne hat eine Menge Arbeit und Zeit gekostet, aber nun sind die nötigen Vorbereitungen getroffen, die Flugblätter sind gedruckt und es kann losgehen.

Peek & Cloppenburg schweigt
Auf die Anfrage der Offensive an die Konzernleitung von Peek & Cloppenburg, wie sie zum zukünftigen Handel mit Echt-Pelzen steht, kam keine Antwort. Es müsste Peek & Cloppenburg klar gewesen sein, dass diese Kampagnenankündigung und die drohenden Protestaktionen keine "Peanuts" sind, doch die Verantwortlichen zogen es vor, den Brief zu ignorieren. Ein klares Zeichen, dass sie nicht gewillt sind, die Offensive gegen die Pelzindustrie als Verhandlungspartner anzuerkennen. Doch geschwiegen haben anfangs auch C&A und Karstadt, bis sie erkennen mussten, dass wir nicht lockerlassen und sie sich den Argumenten der PelzgegnerInnen am Ende geschlagen geben mussten (und sei es auch nur, um die für sie unrühmlichen und geschäftsschädigenden Anklagen zu unterbinden).
Wenn von Peek & Cloppenburg die Rede ist, so muss beachtet werden, dass Peek & Cloppenburg ein altes Familienunternehmen ist und aus zwei Unternehmensleitungen besteht, die aber teilweise miteinander verwoben sind. So gibt es ein Peek & Cloppenburg West mit der Unternehmenszentrale in Düsseldorf und ein Peek & Cloppenburg Nord mit Firmensitz in Hamburg. Es ist also wichtig, bei Protesten immer beide Unternehmenszentralen anzusprechen.

Peek & Cloppenburg mordet mit!
In den Filialen von P&C finden wir Echt-Pelz in allen Darbietungsformen: von Pelzabteilungen mit ganzen Mänteln, Jacken oder Innenfutter aus Tierfellen bis hin zu einer großen Palette an so genannten Pelzapplikationen, wie z.B. Pelzkragen oder anderen Accessoires. Auch Fuchstaschen, Nerzdecken und Fuchskissen gelten als schick oder behaglich und sind selbstredend mit im Sortiment. Im Schaufenster einer P&C-Filiale in Berlin war gar ein Regenschirm mit Pelzbordüre ausgestellt.


"keine Beteiligung an gesellschaftspolitischen Diskussionen"
Wie bereits berichtet, hat Peek & Cloppenburg das Kampagnenankündigungsschreiben der Offensive ignoriert, Einzelanfragen von TierrechtlerInnen wurden jedoch stets beantwortet, da sie sich als KundInnen ausgegeben haben. Zum Thema Pelz gefragt, flüchten die Verantwortlichen von P&C mit Argumenten, die keine sind:
In den Zuchtbetrieben kämen "tierquälerische Haltungsbedingungen nicht vor" (Eckhard Spanier, Qualitätskontrolle P&C West, Okt. 2002)
oder "dass P&C sich an keinerlei gesellschaftspolitische Diskussionen zu beteiligen gedenkt, sondern ausschließlich mit aller Akribie und Bescheidenheit dem eigentlichen Geschäftszweck nachkommen möchte. Dass daraus in Einzelfällen auch Interessenskonflikte nicht durchgängig zu aller Zufriedenheit gelöst werden können, stellen wir zu unserem Bedauern fest" (Suzan Uysal, Kundenservice P&C Nord, 9.12.2002).
Deutlicher hätte es nicht formuliert werden können: "mit aller Akribie und Bescheidenheit dem eigentlichen Geschäftszweck nachkommen" zu wollen. Der "eigentliche Geschäftszweck" ist ganz klar der Profit. Wenn man bei dem Mord an Millionen so genannter Pelztiere von "Interessenskonflikten" spricht, so spricht daraus nur der eiskalte Profitwillen, der buchstäblich über Leichen geht! Das Interesse jedes einzelnen Tieres, das schmerzfrei und in Freiheit leben will, wird mit Füssen getreten.
Geben wir den Tieren unsere Stimme und lassen wir Peek & Cloppenburg fühlen und hören, um was es bei den "Interessenskonflikten" wirklich geht! Auf dass es immer in den Ohren der Verantwortlichen von Peek & Cloppenburg schallt, dass es hier einzig und allein um das Lebens"interesse" der Tiere geht!


Bitte unterstützt die Kampagne gegen Peek & Cloppenburg!
Jede Beteiligung an der Kampagne ist dringend erforderlich und wird den Ausstiegsprozess von P&C beschleunigen. Lasst Euch was einfallen, lasst nicht locker und seid gewiss, dass wir gemeinsam auch P&C klein kriegen. Der Erfolg der bisherigen Kampagnen wird uns allen den Rücken stärken!
Das Koordinierungsteam der Offensive gegen die Pelzindustrie hat ihren Aktionsradius vergrößert. Die neue Website www.offensive-gegen-die-pelzindustrie.de soll als Sprachrohr für die deutschsprachige Anti-Pelz-Bewegung dienen. Zudem wird sie die laufenden Kampagnen dokumentieren. Bitte helft mit, dass diese Website ein Erfolg wird! Schreibt Artikel zu Euren Aktionen, macht Fotos und gebt Demotermine in Euren Städten bekannt. Schickt diese an den webmaster der Website, damit andere ebenso davon erfahren.
Speziell zur P&C-Kampagne wurden ansprechende DIN A-5 Flugblätter und Protestpostkarten gedruckt, die allen Gruppen und Einzelpersonen als Grundlage für ihre Proteste dienen sollen.
Die Offensive hat zudem ein allgemeines Flugblatt gegen Pelz entworfen, das sich sehr gut für alle möglichen Pelzaktionen eignet. Es informiert über die neuen Strategien der Pelzindustrie, über die Fallenjagd und über das Tierleid auf Pelzfarmen. Es bietet sich an, dieses Flugblatt an interessierte Leute weiterzugeben. Auf beiden Flugblättern ist Raum für einen eigenen Stempel.
Je mehr Leute sich beteiligen, desto schneller wird sich P&C aus dem Pelzhandel zurückziehen!

Schluss mit dem Pelzhandel bei Peek & Cloppenburg!
in diesem Sinne
das Kampagnenteam der Offensive gegen die Pelzindustrie im Dezember 2002