FACKELZUG 30.01.2006, SAARBRÜCKEN

Nachdem alle Vorbereitungen getroffen waren hieß es am 30.01. nur noch warten.......darauf, daß die 170 Leute, die ihr Kommen angemeldet hatten auch alle eintreffen. Die Öffentlichkeit schaut eben genauer hin wenn eine Riesenmenge protestiert. Bis zum vereinbarten Beginn der Demo, 17 Uhr, hatten sich ca. 140 Menschen versammelt. Menschen, die sich in irgendeiner Form für Tiere interessieren und bereit sind sich für ihr Wohl und ihre Rechte einzusetzen. Mitglieder aller möglichen Tierrechts-, Tierschutz- und Tierhilfs-Vereine, aber auch Leute die sich einfach so mal Gedanken gemacht haben. Einige hatten ihre Hunde mitgebracht, die stolz Leibchen mit Aufschriften wie "ich kann dir auch lebend Wärme geben" trugen. Das Wetter war mit im Boot: eiskalt, sonnig und trocken. Den Treffpunkt vor der Johannis-Kirche "schmückte" eine Bildergalerie mit Pelztieren in all den üblen Lagen, in die sie die Pelzindustrie zwingt. So konnten sich auch die, die noch nicht so genau Bescheid wußten über das was da abläuft, mit eigenen Augen vom Elend der Pelztiere überzeugen. Die Presse war mit Zeitungs- und Fernsehreportern vertreten. Sie haben die Demonstration dann auch eine Zeitlang begleitet. Mit zahlreichen großen Transparenten, vielen Schildern und ausgerüstet mit Trillerpfeifen und Fackeln setzte sich der Zug in Bewegung. Begleitet wurde er von drei "Performance"-Wagen. Auf Handwagen waren mit Lampen angestrahlte lebensgroße Gestalten in Pelzmänteln drapiert. Auf den Schultern saßen passend dazu Totenköpfe, denn: wer Pelz trägt hat bekanntlich kein Hirn............ Es war eine imposante Menschenmenge, die sich da durch die Innenstadt bewegte. Nicht zu übersehen und große Aufmerksamkeit erregend. Die Begleitung durch die Polizei tat das ihre dazu. Das Verhältnis zur Obrigkeit war übrigens völlig spannungslos, man begegnete einander mit Respekt. Mit beginnender Dunkelheit wurde der Zug durch die Fackeln erhellt. Sprechgesänge haben allen Pelzverkäufern und Pelzträgern klargemacht, was von ihnen zu halten ist. An acht Geschäften war Station (u.a. Kaufhof, Sinn&Leffers, Ansons, BIBA). Werner und Erika haben eine jeweils individuell darauf zugeschnittene Rede gehalten. Was sofort auffiel: die Boutiquen hatten die größten Pelzteile aus den Schaufenstern entfernt. Die Reaktion der Geschäftsinhaber bzw. Verkäufer war wie erwartet relativ gleichgültig; oder wurde da mit einem aufgesetzten Lächeln nur versucht die Contenance zu wahren? Der Zug dauerte wie geplant knapp zwei Stunden. Schlußpunkt war der Halt vor Peek&Cloppenburg. Hier kennt man uns schon (drei Mahnwachen im November/Dezember 2006). Saarbrücken hat hingeschaut und vielleicht ist dem einen oder anderen tatsächlich ein Licht aufgegangen. Zumindest kann keiner der Passanten mehr sagen: "Davon habe ich nichts gewußt". Diejenigen, die zum ersten Mal im Leben so eine Demo mitgemacht haben, waren durchweg angetan von der Aktion, aber auch entsetzt, wie viel Pelz in der Öffentlichkeit zur Schau gestellt wird (der Abend war kalt, -2°C, da hält bekanntlich nur Pelz richtig warm). Der Blick ist geschärft. Die Pressereaktionen waren höchst erfreulich. Noch am selben Abend kamen zwei positive ausführliche Fernsehberichte im lokalen ARD-Sender ‚Saarländischer Rundfunk'. Der Hörfunk hat stündlich noch am Abend und am folgenden Tag in den Nachrichten und anderen Sendungen von der Aktion berichtet. Die Zeitungen haben Artikel mit Bildern veröffentlicht. Auch wenn in Folge der Demo nicht gleich aus allen Geschäften die Pelzwaren verschwinden, die Bevölkerung wurde aufmerksam. Das zeigen nicht zuletzt die vielen Emails, die uns nach wie vor erreichen. So mancher geht jetzt mit offeneren Augen durch die bunte Modewelt. Alle Menschen müssen über die grauenhaften Hintergründe der Pelzindustrie aufgeklärt werden. Wir bleiben am Ball.