Neue Pelztierhaltungs-Verordnung im Bundesrat auf Eis gelegt Der Agrarausschuss
des Bundesrates hat in seiner letzten Sitzung vor der Bundestagswahl beschlossen,
die Beratungen zur Pelztierhaltungs- Verordnung bis zur Vorlage eines Berichts
der Bundesregierung zu folgenden Punkten zu vertagen: - Stand der wissenschaftlichen
Forschungen zur Größe und Strukturierung der Haltungseinrichtungen für Nerze und
zum Schwimmbecken für Nerze, - Rechtslage und Stand der Haltungsanforderungen
in anderen EU- Mitgliedstaaten. Als Begründung wurde ausgeführt, dass - um Klarheit
über die aufgrund des Tierschutzgesetzes notwendigen Haltungsanforderungen für
Pelztiere zu erhalten - ein bewertender Bericht der Bundesregierung zum aktuellen
Forschungsstand erforderlich sei, der auch die Situation und rechtlichen Anforderungen
in anderen EU-Ländern berücksichtigt. Der Ausschuss folgte hiermit einem gemeinsamen
Antrag Niedersachsens, Sachsen-Anhalts und Schleswig-Holsteins. Der Antrag wurde
mit 10:6 Stimmen angenommen. Dagegen stimmten Bayern, Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern,
Rheinland-Pfalz und das Saarland. Eine Befassung des Plenums des Bundesrates am
23. September 2005 mit der Verordnung ist deshalb nicht möglich. Aus Sicht der
Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ist der Beschluss aus Tierschutzgründen
äußerst problematisch. Der Beschluss, der zum Ziel hat, zunächst die Ergebnisse
eines Forschungsvorhabens auf EU-Ebene abzuwarten, würde den Erlass der Verordnung
um Jahre hinausschieben. Wir setzen uns daher dafür ein, die vorgesehene Übergangsfrist
von zehn Jahren (u. a. für Schwimmbecken für Nerze) zu nutzen, um parallel Forschungsvorhaben
zu betreiben. Die entsprechenden Ergebnisse könnten dann immer noch Berücksichtigung
finden. Die Vorbereitungen zu einem entsprechenden Forschungsvorhaben auf EU-
Ebene laufen. Das Vorhaben, das mehrere Jahre dauern wird, ist jedoch noch nicht
vergeben. Mit der vorliegenden Verordnung aus dem Hause Künast würde die auch
vom Bundesrat geforderte Verbesserung der Haltungsbedingungen für Pelztiere hingegen
bereits jetzt eingeleitet.