Quelle: Indymedia

Am Samstag 29.4.06 fand in Kiel die 6. Antispeziesistische Nord-Demo unter dem Motto "Kein Pelz, Kein Mord - Für die Befreiung von Mensch und Tier" statt. Gleichzeitig war die Demo im Rahmen der "Offensive gegen die Pelzindustrie", die sich seit 2002 gegen den Pelzhandel bei Peek & Cloppenburg richtet und in dessen Rahmen bereits über 1500 Aktionen gegen P&C stattfanden.

Die Auftaktkundgebung begann um kurz nach eins, nach dem sich ca. 120 überwiegend herrschaftskritische Tierrechtler und TierbefreierInnen am Kieler Bahnhofsvorplatz gesammelt hatten. Die Demo zog dann in Richtung Gablenzbrücke, um dem dort ansässigen Pelzladen "Paustian" ein Besuch abzustatten. Dieser hatte an diesem Tag gar nicht erst auf gemacht und war trotz allem von einer Polizeikette geschützt, so dass wir leider auch nicht auf den paranoiden Besitzer des Geschäfts, Lars Paustian, trafen, der auf der offiziellen Internet-Seite gegen TierrechtlerInnen hetzt, eine verbesserte und härtere Strafverfolgung fordert und sich eine Welt zusammen träumt, in der Pelzhandel Tierschutz bedeutet und Tiere offensichtlich sterben wollen. Trotzdem: kleine Rangeleien mit den Bullen, Parolen, netter Redebeitrag und weiter gings. Recht lautstark kam die Demo anschließend in der Holstenstraße an, Kiels Konsummeile in der Innenstadt. In der fast schon überfüllten Straße ging es vorbei an etlichen Bratwurstständen und schließlich zur 2. Zwischenkundgebung vor dem Männer-Mode-Geschäft Ansons. Ursprünglich war diese Kundgebung nicht eingeplant, doch da sich Peek&Cloppenburg in Kiel in einem Einkaufszentrum versteckt hält und somit vor Demonstrationen geschützt ist, wurde der Redebeitrag zu P&C vor Ansons abgehalten. Zwar ist Ansons offiziell ein eigenständiges Unternehmen, doch der Vorstand von Peek&Cloppenburg ist quasi identisch mit dem von Ansons. Die Bullen waren ab diesem Zeitpunkt ziemlich aggressiv unterwegs und drohten an, beim nächsten Zusammentreffen los zu knüppeln. Als Vorwand dienten herbeihalluzinierte Schläge und Fußtritte aus der ersten Reihe. Außerdem wurde bei jeder Kundgebung gefilmt, teilweise auch von oben aus den Läden heraus. Nichtsdestotrotz ließen sich die DemonstrationsteilnehmerInnen nicht einschüchtern und es wurde weiter lautstark auf den Todeshandel bei P&C aufmerksam gemacht. Nach dem Redebeitrag präsentierte der Kieler Rapper Albino Hip-Hop vom Feinsten und selbst einige Bullen konnten sich ein Kopf-Nicken nicht verkneifen. Dieser recht langen Kundgebung folgte ein nur kurzer Fußmarsch zu einem weiteren Kieler Pelzgeschäft, der sich in der noblen Einkaufspassage der Dänischen Straße befindet. Auch hier ein Redebeitrag und lautstarker Protest. Die nächste Zwischenkundgebung war am Exerzierplatz vor dem Pelzladen Cychowski geplant. Bei Ankunft waren bereits 3 Wannen vor dem Geschäft und die übliche Reihe Cops. Zu diesem Zeitpunkt war die Demo schon knapp 2 Stunden unterwegs und die Luft leider schon etwas raus. Aber auch hier gab es einen Redebeitrag zum Laden an sich, Pelzhandel und Mensch-Tier-Verhältnis im Allgemeinen. Abschließend fand am Bahnhof die Abschlusskundgebung mit einem Redebeitrag zum Thema Jagd und Patriarchat statt. Nachdem die Demo aufgelöst war, gingen einige der TeilnehmerInnen zur nicht weit entfernten Halle400, in der am gleichen Tag die "Reptilien-Ausstellung" Jurassic World begann. Jurassic World beschreibt sich selbst als Europas größte "Reptilien-Ausstellung" und fährt mit Leguanen, Riesenschlangen, Alligatoren(!) und 2köpfigen Schildkröten durch die Weltgeschichte. Die Bullen hatten dieses Vorhaben jedoch mitgeschnitten und waren bereits vor Ort. Dort zeigte sich allerdings auch, dass Jurassic World offensichtlich alles Andere als gut besucht war. Vielleicht lag es an kaum vorhandener Werbung, die im Vorfeld größtenteils auf mysteriöse Art und Weise verschwand oder einfach an der Tatsache, dass es der letzte Dreck ist. Jedenfalls war dort nicht viel zu holen. Die Bullen blockierten netter Weise den Eingang und wir hatten leider weder Flugis noch ein Megaphon dabei, so dass es von dort aus schnell weiter zum Subrosa ging, um leckeres veganes Gulasch zu sich zu nehmen. Ein Dankeschön an alle Menschen die da waren, war doch alles in allem ein schöner Tag.

Deconstruct Speciesism! Für die Befreiung von Mensch und Tier!