BekennerInnenschreiben + Foto:
"Wir haben
in der Nacht vom 2. auf den 3. September auf der Nerzfarm von Heinrich Lülf,
Westerheide 5, 32369 Rahden mehrere tausend Nerze aus ihren Käfigen freigelassen.
Zuvor wurden Teile der Eternitwand, die die Farm umgibt, entfernt, um den Tieren
die Möglichkeit zu geben, möglichst ungehindert in die umliegende
Natur zu fliehen. Im Umkreis von einem Kilometer um die Farm herum besteht die
Umgebung aus Feldern, mehreren kleinen waldigen Gebiete sowie einem kleinen
Moorgebiet. Ein Fluß (Großer Dieck) fließt in weniger als
einem Kilometer Entfernung an der Farm vorbei. In gut zwei Kilometern Entfernung
beginnt ein ca.
5 km^2 großer Wald. Die Umgebung ist somit für ein Überleben
der Nerze geeignet.
Auf jeder Tierfarm werden sensible Lebewesen eingeknastet und aus Profitgründen ausgebeutet. Schweine, Rinder, Hühner, Füchse, Chinchillas, Nutrias und viele mehr. Auf einer Nerzfarm werden Nerze meist zu zweit oder zu dritt in winzigen Käfigen eingesperrt, die nur wenig größer sind als die Nerze selber. Die Tiere leben ihr Leben auf einem Drahtgitterboden und haben tagein tagaus nur eins vor ihren Augen: Gitter. Sie rennen ihr ganzes Leben rastlos in ihrem 30x80 cm messenden Käfig auf und ab, entwickeln Stereotypien und erleiden schwere psychische Schäden, die auch zu Selbstverstümmelungen führen können. Nach ca. sieben Monaten werden die Nerze umgebracht: vergast in einer Box, in der sie panisch herumrennen, bis sie bewußtlos sind, per Stromschlag oder per Genickbruch. Ein Tier, ein Individuum, das in Freiheit leben wollte, umgebracht und zur Ware gemacht.
Nerze wie der Mink, der den größten Anteil an Tieren auf deutschen "Pelzfarmen" ausmacht, können gut im europäischen Klima leben. Nerze, die auf einer Farm eingesperrt waren, können ebenfalls in freier Wildbahn überleben. Es ist schlichtweg ein Gerücht, die Tiere könnten nicht überleben, da sie das Jagen nie gelernt hätten; ein Gerücht, verbreitet von TierausbeuterInnen, deren blutiges Geschäft gestört wurde. Es zeigt sich immer wieder, ob hier oder in anderen Ländern, daß Nerze nach Freilassungen gut in freier Wildbahn überleben können. Zwar werden nicht alle überleben, es werden evtl. sogar viele Sterben, doch dies den TierbefreierInnen anzulasten ist eine geradezu perverse Verdrehung der Tatsachen. Würden die Tiere nicht aus den Käfigen befreit, würde kein einziger Nerz überleben, denn sie sind allesamt nur aus einem einzigen Grund dort eingeknastet: um in gut zwei Monaten umgebracht zu werden. Einzig durch das Eingreifen der TierbefreierInnen, werden eine gewisse Anzahl der Tiere überleben.
Zudem haben solche Freilassungen eine vorbeugende Wirkung: der Farmer / die Farmerin erleiden einen empfindlichen wirtschaftlichen Schaden. Der Profit, der auf einer Nerzfarm "erwirtschaftet" wird, basiert auf Gewalt, Ausbeutung und in einem unvorstellbarem Ausmaß zugefügten Leiden. Alleine das reicht aus, um wirtschaftliche Sabotageakte gegen diese und andere ähnlich geartete Branchen durchzuführen: der durch Tierausbeutung entstandene Profit wird erneut in den Kreislauf der Gewalt investiert, sorgt erneut dafür, daß eine weitere Generation an Tieren dem Terror auf einer Nerzfarm ausgesetzt ist, sorgt erneut dafür, daß Tiere umgebracht und zur Ware gemacht werden. Durch den wirtschaftlich zugefügten Schaden wird der Profit geschmälert oder ganz zunichte gemacht, der Kreislauf des Ermordens und der Ausbeutung wird unterbrochen oder behindert.
Die Rolle der Presse
war bei größeren Nerzbefreiungen der letzten zwölf Monate (Fladderlohhausen/Holdorf
am 7./8. Oktober ´98, sowie Borken am 26./27. Januar ´99) unkritisch
und nahezu gleichgeschaltet. Menschen, die sich den Schreien der Tiere nicht
taub und blind gegenüber verhalten, sondern die dafür sorgen, daß
tausendfaches Leiden und Morden verhindert wird, werden als Gewalt-Täter
bezeichnet, die wahren Täter, die NerzzüchterInnen, die von der Ausbeutung
anderer leben, als Opfer hingestellt. Triumphierend berichtet die Presse von
überfahrenen Tieren (in Holdorf waren dies ca. 10 von 4000 befreiten Tieren),
ohne auch nur zu erwähnen, daß alle 4000 Tiere, wären sie nicht
befreit worden, kurze Zeit später auf der Farm vergast worden wären.
Die Tiere würden erfrieren, wurde berichtet, als ob die Nerze, die an ein
kaltes Klima angepaßt sind, in den Drahtknästen auf der Farm eine
Heizung eingebaut hätten. Schon die Bezeichnung "gewaltsame Befreiung"
ist ein Widerspruch in sich, wenn damit lebensrettende Aktionen, wie das Öffnen
von Käfigen gemeint sind.
Einer Gesellschaft, die millionenfache Gewalt gegen Tiere ausübt, sei es
in Folterlaboren, in Schlachthäusern, auf Farmen, bei der Jagd, im Zirkus,
im Zoo, beim "Sport" oder bei "Wettkämpfen" muß
ohnehin die Fähigkeit abgesprochen werden, mit dem Begriff "Gewalt"
umgehen zu können.
Die Tierbefreiungsfront bzw. Animal Liberation Front (TBF/ALF) ist ein weltweiter Zusammenschluß aller, die gegen Tierausbeutung mit direkten Aktionen vorgehen. JedeR, der/die sich gegen Tierausbeutung mit direkten Aktionen zur Wehr setzt, ist ein Teil der TBF. Wir erklären uns solidarisch mit allen TBF Gruppen, die in der Vergangenheit Aktionen durchgeführt haben und die in Zukunft Aktionen durchführen werden. Unsere Gedanken sind nicht nur bei den direkten Opfern menschlicher Gewalt und Ausbeutung, die täglich gegen die ihnen angetane Verbrechen Schreien, unsere Gedanken sind auch bei denjenigen, denen der Kampf für Befreiung selber die Freiheit gekostet hat. Repression wird uns nicht stoppen, dafür sind die Verbrechen, gegen die wir vorgehen, zu gigantisch, zu schrecklich.
Carpe noctem - Nutze die Nacht - lautet ein abgewandeltes Sprichwort; wir werden es weiterhin tun.
- eine Gruppe der
TBF -"