Quelle: de.Indymedia.org

Am Samstag, den 30.09.2006 demonstrierten auch in diesem Jahr hunderte herrschaftskritische TierrechtlerInnen und TierbefreierInnen gegen den speziesistischen Pelzhandel in Köln und anderswo.

Wenn ein Messetourist oder eine Messetouristin der 'Photokina' sich an diesem sonnigen Tag über die Deutzer Brücke zum Heumarkt verirrt haben solte, dann hätte er/sie sicherlich ungewöhnliches vor die Linse der neuen Luxus-Digitalkamera bekommen:
Auf dem sonst so beschaulichen HEUMARKT in der Kölner Innenstadt versammelten sich bis 12 Uhr ca. 350 TierrechtlerInnen und TierbefreierInnen aus dem herrschaftskritischen und antispeziesistischen Spektrum, um unter dem Motto 'Wandel Trauer in Wut!' zunächst im ersten Demoteil in einem Trauerzug durch die belebten Kölner Einkaufsmeilen zu ziehen und anschließend umso lauter die Wut über die jährliche Ermordung von Millionen von 'Pelz'tieren auf den sog. 'Pelz'tier'farmen' anzuprangern: 'TIERE HABEN RECHTE - PELZ IST MORD!' skandierten die DemonstrantInnen und ließen die Kölner Bevölkerung in ihrem Konsumrausch einen Moment innehalten, schnell wieder weggucken und die Ohren zuhalten.
Denn das, was Tieren im Zeichen einer blutigen Mode angetan wird, wird gerne überhört und übersehen: Aufzucht zu mehreren in kleinen Drahtkäfigen, blutige Pfoten, gegeseitige Bisswunden, Wahnsinn und dann der quallvolle Tod durch Ersticken in Kisten, die mit Autoabgasen gefüllt werden, durch analen Stromschlag, durch Genickbruch... die Schreie der Tiere sind im Kaufhaus oder Pelzladen nicht mehr zu hören!

Nach dem großen Erfolg der AktivistInnen der Offensive gegen die Pelzindustrie ( http://www.ogpi.de) gegen den Pelzhandel bei Peek & Cloppenburg - der Konzern hatte Ende August nach jahrelangen Protesten und direkten Aktionen seinen Ausstieg aus dem Pelzhandel bekanntgegeben - ist an diesem Tag nun das Warenhaus KAUFHOF, welches zur Metro Gruppe gehört, zum neuen Kampagnenziel erklärt worden. Vor dem Eingang des KAUFHOF wurde ein entsprechender Redebeitrag gehalten, wobei die Polizei- und Sicherheitskräfte sichtlich nervös waren und den Eingangsbereich wie auch bei den vorherigen pelzverkaufenden Geschäften mit hohem Personalaufwand freihalten mußten.

Die Solidarität der DemonstrantInnen galt an diesem Tag nicht nur den 'Pelz'tieren, sondern auch allen anderen nichtmenschlichen Tieren: So wurde fleischverkaufende Geschäfte und Jagdläden ebenso Ziel von lautstarken Protesten.

Der Protest gegen den Pelzhandel und für die Recht der Tiere hat an diesem Tag eine neue Qualität erreicht - die Möglichkeit der Veränderung ist erkannt worden und wird der antispeziesistischen Tierbefreiungsbewegung in der nun anstehenden Kampagne gegen den Pelzhandel bei Kaufhof neue Kräfte verleihen. Mensch darf gespannt sein, wie lange es diesmal dauern wird, bis der Konzern einlenken wird.