Hamburg, 19.02.2003
- 70,4 Prozent der Bundesbürger sprechen sich für ein
generelles Verbot der Pelztierzucht in Deutschland aus. Zu diesem Ergebnis
kommt eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts EMNID,
durchgeführt im Auftrag der Tierschutzorganisation VIER PFOTEN. Damit hat
sich die Zahl der Pelztierzucht-Gegner in den vergangen zwei Jahren um 8,3
Prozent erhöht. Im April 2001 beantworteten 62,1 Prozent der Bundesbürger
die Frage, ob die Zucht von Pelztieren in Deutschland generell verboten
werden sollte, mit ja.
VIER PFOTEN
kämpft seit Jahren für ein Ende der Pelztierzucht. Dass sich
trotz des schleichenden Comebacks der Pelzmode in diesem Winter immer mehr
Menschen für ein Verbot der Pelztierzucht aussprechen, ist eine Bestätigung
unserer Arbeit, bewertet Anette Nomann, Wildtierexpertin von VIER PFOTEN,
die Ergebnisse der Umfrage. Mit zahlreichen Protestaktionen, durch
kontinuierliche Aufklärung und gezielte politische Arbeit ist es uns
gelungen, viele Menschen für das Thema zu sensibilisieren.
Die gesetzlichen
Rahmenbedingungen zur Pelztierzucht sind unzureichend.
Deshalb können in Deutschland jedes Jahr rund 300.000 Tiere, überwiegend
Nerze, unter tierquälerischen Bedingungen für die Produktion von Pelzmode
gezüchtet und getötet werden.
Bereits im November
2001 hat der Bundesrat mit einem Entschließungsantrag
die Bundesregierung zu einer verbindlichen Regelung zum Schutz der Pelztiere
aufgefordert. Vor über einem Jahr hat das zuständige
Verbraucherschutzministerium eine solche Verordnung angekündigt. Bis heute
hat das Ministerium keine abstimmungsfähige Vorlage erarbeitet.
Ein großer
Teil der Bevölkerung ist dagegen, Tiere für die Produktion von
Luxusartikeln zu züchten und zu töten. Die Politik ist gefordert,
diesen
Wunsch endlich in gesetzliche Regelungen umzusetzen. Wir erwarten, dass
Bundesministerin Renate Künast endlich den Auftrag des Bundesrates erfüllt
und mit einer entsprechende Verordnung das Ende der Pelztierzucht einleitet,
erklärt Anette Nomann.
In deutschen Nerzfarmen
vegetieren die Tiere in Drahtgitterkäfigen von
weniger als
0,3 Quadratmetern. Sie können sich weder ausreichend bewegen, noch springen,
klettern, graben oder ein Bad nehmen.
Nerze sind
Wildtiere. Wenn die erwartete Verordnung zum Schutz der
Pelztiere nur einige der angeborenen Verhaltensweisen und Lebensgewohnheiten
der Tiere berücksichtigt, wird die Pelztierzucht in Deutschland ökonomisch
uninteressant. Damit wäre ein Ende der Pelztierzucht in Sicht, erklärt
Anette Nomann.
Die Ergebnisse der EMNID-Studie und weitere Informationen bei VIER PFOTEN:
Anette Nomann
Wildtierexpertin
02361/484 995 oder
0160/966 06 705
Beate Schüler
Pressesprecherin
Tel.: 040-399 249 -31
FAX: 040-399 249 -99
E-Mail: beate.schueler@vier-pfoten.de
Internet: www.vier-pfoten.de
VIER PFOTEN e.V.
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