Frankfurt (dpa) Unter dem Motto «Mein Pelz gehört mir» haben am Samstag rund 150 Tierschützer in Frankfurt gegen die Pelzmesse demonstriert. Nach Polizeiangaben verlief die Kundgebung ohne Störungen. Von 12.00 Uhr an zogen die Demonstranten durch die Innenstadt zu mehreren Pelzgeschäften. Die Aktion wurde von der Tierrechtsinitiative Rhein-Main organisiert. In Frankfurt findet derzeit die Pelzmesse «Fur & Fashion» mit 134 Ausstellern statt. Die Messe, zu der 9000 Fachbesucher erwartet werden, endet am Sonntag.
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Bundesweite Demonstration in Frankfurt gegen die internationale Pelzmesse "Fashion & Fur", 13. März 2004. Bericht von Viola Kaesmacher von IfT - Internetzwerk für Tiere
Protestaktionen
gegen die Pelzmesse und verschiedene Pelzgeschäfte sowie Peek & Cloppenburg
in Frankfurt
Am 13.03.04 fand in Frankfurt eine von der TIRM - Tierrechtsinitiative Rhein Main - organisierte bundesweite Demonstration gegen "Fashion and Fur" - die Internationale Pelzmesse in Frankfurt statt. Etwa 150-200 Tierrechtler und Tierschützer versammelten sich in Frankfurt, um in einem Protestmarsch ihre Abneigung gegen die Pelzmesse und das "Pelzhandwerk" und den Pelzhandel kundzutun. Nachdem Heiko Weber die Teilnehmer begrüßt hat und zusammenfassend den Anlass erläutert hat, startete die mehrstündige Demonstrationsroute.
Es wurden einige Pelzgeschäfte besucht: Türpitz Pelzladen, Rolf Schulte Pelzladen und Pelze Design Pelzladen (Emanuel Pelze). Die Geschäfte waren jeweils von der Polizei abgeschirmt. In eindrucksvollen Reden und Schauspielen wurde auf die unendlichen Qualen von Nerz, Fuchs, Kaninchen & Co. hingewiesen.
Die Demonstration verlief absolut friedlich. Warum die Demonstranten von der Polizei gefilmt wurden, ist mir schleierhaft.
Während der Demonstration haben mehrere RednerInnen, z.B. Cristeta Brause (Vorsitzende der Menschen für Tierrechte - Tierversuchsgegner Hessen e.V.) über die Missstände der Pelzindustrie, über den Pelzhandel und konkret über die Pelzmesse Fur & Fashion informiert. In Zwischenkundgebungen kamen Aktivisten zu Wort, die beispielhaft den Pelz-Sumpf beschrieben. So referierte Jeannine Kraft vom Aktionsbündnis gegen die Nerzfarm Orsbach, wie viele Skandale sich allein um diesen Betrieb ranken - angefangen bei Verstößen gegen Tier- und Artenschutzgesetze über Verstöße gegen Emissionsgesetze bis hin zu fehlenden Baugenehmigungen. Wie so oft scheinen die Tierrechtler machtlos in einem Land, in dem die Interessen der Tierausbeuter offensichtlich mehr zählen als die Rechte der Tiere.
Die Route endete vor Peek & Cloppenburg. Diese Modekette hat noch immer Pelz in Ihrem Repertoire. Im letzten Jahr gab es laut Informationen der "Offensive gegen die Pelzindustrie" rund 600 Aktionen gegen P&C. Zeigen sich Handelskonzerne wie Karstadt Quelle, C&A und Tchibo nach Protesten und Aufklärung bereit, diese Tierqualprodukte aus dem Sortiment zu nehmen, so scheinen für die P&C-Manager Ethik und Moral nach wie vor Fremdwörter zu sein. In Veröffentlichungen weisen sie auf "Zusammenarbeit mit Tier- und Artenschutz hin" - gemeint ist die Kungelei mit der Pelzindustrie!
Bei der Schlusskundgebung von Wolfgang Siebert (Sprecher der Offensive gegen die Pelzindustrie - einem Zusammenschluss mehrerer Tierrechtsvereine) bekam auch die Stadt Frankfurt ihr Fett weg: so ist es absolut unverständlich, wie die Oberbürgermeisterin das Kürschnerhandwerk als eine verantwortungsvolle und erhaltenswerte Branche bezeichnen kann und immer wieder die "Fashion & Fur" nach Frankfurt holen möchte.
Die Demonstration war ein voller Erfolg - viele Passanten waren interessiert und blieben insbesondere bei der Schlusskundgebung vor Peek & Cloppenburg stehen. Auch wenn nicht so viele Teilnehmer wie bei der Demo gegen Covance anwesend waren, war der Zug doch ebenfalls sehr imposant und vielleicht sogar genauso lautstark.
Ununterbrochen erklangen die Sprechchöre - begleitet von Pfeifen und Trommeln. Die Rapper MC Albino und Chaoze One trugen mit ihren Sprechgesängen dazu bei, dass diese Veranstaltung sehr lebhaft war und wieder einmal bewiesen wurde, dass Tierschutz nicht ein Thema der "Alt-68er" ist - sondern dass quer durch alle Altersgruppen und Sozialschichten sich langsam aber sicher breit macht: Tiere haben Rechte! Sie können nicht kämpfen - aber wir tun es für sie. Und wir geben nicht auf...















Fotos: Vegancatering NRW