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Prozess gegen Tierrechtlerin endet mit Einstellung
Vor dem Amtsgericht Dortmund mußte sich heute die 25-jährige
Clare C. aus Berlin verantworten. Die Staatsanwaltschaft
Dortmund warf ihr Beihilfe zu Sachbeschädigung und
Hausfriedensbruch vor. Am 21.12. hatte eine Gruppe von etwa
30 Tierrechtlern vor der Filiale von Peek&Cloppenburg auf dem
Westenhellweg gegen den Pelzhandel von P&C demonstriert. Diese
Demonstration war Auftakt einer groß angelegten Kampagne gegen
eben diese Modekette mit bundesweit etwa 78 Filialen.
Während dieser Demonstration waren zwei Aktivisten auf das
Vordach geklettert, hatten dort ein Transparent entfaltet und
die Bürger mittels Megaphon angesprochen.
Eine weitere Aktivistin hatte sich mit einem Schild in einem
Schaufenster postiert, während ein weiterer Aktivist von aussen
Kunstblut gegen das Schaufenster gespritzt hatte.
Die Polizei hatte nicht lange gefackelt und Polizist Becker
resolutes Vorgehen gegen die Teilnehmer der nicht angemeldeten
Demonstration entschieden. Und so trafen sich nach ca 1 1/2
Stunden etwa 20 Tierrechtler in den Sammelzellen der Dortmunder
Polizei.
Gegen alle hatte die Dortmunder Staatsanwaltschaft Anklage
erhoben. Die Beklagte hingegen gab zu, ein Plakat gehalten zu
haben. Zuwenig befand der Richter. Blosse Anwesenheit bei einer
Demonstration, selbst blosses Wissen von diesen geplanten Straf-
taten reiche für eine Beteiligung keineswegs, Demonstrationen
seien sehr wichtig, wichtig um etwas zu verändern, schließlich
hätten wir doch alle schonmal demonstriert. Und dass dabei auch
schonmal etwas über die Stränge geschlagen würde - eine
Straf-
täterin sei die Beklagte deswegen sicher nicht und die Straftaten
... es gebe schlimmeres als Farbbeutel ...
Sprach es und stellte das Verfahren ein. Die Staatsanwältin
konnte nur noch hilflos zustimmend die Schultern heben und
mußte sich noch eine Ohrfeige aus dem Publikum gefallen lassen,
als Unverständnis geäußert wurde, dass es es überhaupt
sehr
verwunderlich sei, dass gegen die "nur" anwesend gewesenen
Personen überhaupt Anklagen erhoben worden waren.
Ein schöner Tag befanden anschließend die Tierrechtler und
trafen
sich kurze Zeit später vor der P&C Filiale Westenhellweg, um
erneut
gegen den dort stattfindenden Pelzhandel zu protestieren und die
Bürger und tatsächlichen, sowie potentiellen Kunden zu informieren
über die Grausamkeiten und Möglichkeiten diesen durch verantwortungs-
bewußten Einkauf ein Ende zu bereiten.
Hier wurde eine Neuerung vor der P&C Filiale festgestellt: Seit
kurzem wurde das Vordach statt in vier, nun auf etwa acht Meter Höhe
installiert. Der Geschäftsführer schien zuversichtlich, dass
dies die
Tierrechtler bremsen könne. Nun, zumindest das Erklettern dieses
Vordaches dürfte Tierrechtlern für die Zukunft gründlich
vermiest
worden sein ...
R.B.
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