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BAYERN ENDLICH PELZFARMFREI
Zum Jahresende 2006 schließt die letzte Pelzfarm Bayerns.
Die Nerzfarm der Familie Seebauer in Hahnbach-Ursulapoppenricht im Kreis Amberg/Oberpfalz war in den letzten Jahren immer wieder Ziel von Protesten verschiedener Tierschutz- und Tierrechtsorgansiationen.
Nachdem im Jahr 2003 bei Recherchen erhebliche Verstöße gegen das bestehende Tierschutzgesetz festgestellt wurden, stellten PETA und die Tierversuchsgegner München e. V. Anzeige gegen die Farmbetreiberin. Fast schon erwartungsgemäß wurden die Verfahren eingestellt. Die Behörden versäumten es zudem, die für Bayern gültige Haltungsverordnung dort umzusetzen. Deshalb forderten die Tierversuchsgegner München e. V. in 2003/2004 den zuständigen Ministerialrat Dr. Wenzel mehrmals zur Umstzung der Haltungsbedingungen auf. Da Dr. Wenzel keine Reaktionen zeigte, wurde gegen ihn und das zuständige Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung, Frauen und Gesundheit Strafanzeige gestellt. Auch diese wurde eingestellt. Wäre das Ministerium seiner Pflicht nachgekommen und die längst überfällige Umsetzung der Verordnung zur Haltungsbedingung von Pelztieren in die Wege geleitet worden, wäre eine Schließung der Nerzfarm vorprogrammiert gewesen. Die Verordnung sah beispielsweise 6 m² Fäche für ein bis zwei Nerze, Bademöglichkeiten u. ä. vor. Dies wäre aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr renatbel für die Farmbetreiberin gewesen.
Das Versagen der bayerischen Behörden hatte erhebliche Folgen für die Tiere. Weitere zwei Jahre mußten unzählige Nerze in den winzigen Drahtgitterkäfigen tagein und tagaus auf schlimmste Art und Weise leiden um schließlich für den Profit der Brigitte Seebauer und einige gewissenlose AnhängerInnen einer längst überholten Modeerscheinung ermordet zu werden.
Die Geschichte spricht für sich. Der Farmgründer Josef Leitner, geboren in Amberg, erlernte nach der Schule den Beruf des Metzgers. Den zweiten Weltkrieg erlebte er als Fallschirmjäger. Auf Kreta wurde er verwundet und kehrte 1945 in seine Heimat zurück. 1946 heiratete er und übernahm zuerst eine Kantine, wechselte später in ein Gasthaus. Die Nerzfarm betreibt er seit 1966, später übernahm offiziell seine Tochter Brigitte Seebauer die Farm.
Die Farm wird nun angeblich aus Altersgründen geschlossen. Ob dies den Tatsachen entspricht, oder ob die Familie Seebauer dem ständigen Druck immer wiederkehrender Proteste nicht mehr standhalten konnte, ist noch nicht bekannt.
Fakt ist, daß künftig dort keine Tiere mehr für Mode und Profit gequält werden und sterben müssen. Damit wurde der Pelzindustrie einen weitere Schlag versetzt und das Ziel zur völligen Abschaffung der Pelzindustrie ist wieder ein Stück näher gerückt.
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